Ein Banjo ist ein bisschen wie eine Trommel mit Hals: Ein gespanntes Fell trägt den Steg, und der Steg wird nur vom Druck der Saiten gehalten. Darum verstellt sich beim Banjo mehr als bei einer Gitarre – und vieles kannst du zusammen mit einem Erwachsenen selbst wieder einstellen. Arbeite in kleinen Schritten und prüfe nach jedem Schritt den Klang.
Bevor du anfängst
- Mach ein Foto und markiere die Stelle des Stegs mit einem Bleistiftstrich auf einem Streifen Kreppband neben dem Steg.
- Nimm nie alle Saiten gleichzeitig ab. Sonst fällt der Steg um, und seine Position ist weg. Beim Saitenwechsel immer eine Saite nach der anderen.
- Stimm das Banjo zuerst richtig. Alle Einstellungen prüfst du im gestimmten Zustand.
1. Der Steg: gerade stehen, richtig sitzen
Schau von der Seite: Der Steg soll senkrecht auf dem Fell stehen, nicht nach vorn oder hinten gekippt, und seine Füße liegen ganz flach auf. Kippt er, drück ihn bei leicht gelockerten Saiten vorsichtig gerade.
Die Position prüfst du am 12. Bund: Der gegriffene Ton im 12. Bund soll genau eine Oktave über der leeren Saite liegen. Vergleich nach Gehör oder mit einem Stimmgerät, das jeden Ton anzeigt – das Stimmgerät der App kennt nur die leeren Saiten. Prüf die 1. und die 4. Saite.
- Gegriffen zu hoch? Schieb den Steg ein kleines Stück vom Hals weg, Richtung Saitenhalter.
- Gegriffen zu tief? Schieb ihn ein kleines Stück Richtung Hals.
- Danach nachstimmen und noch einmal prüfen. Oft steht der Steg am Ende ganz leicht schräg, mit der Seite der tiefen Saite etwas weiter hinten – das ist in Ordnung.
2. Das Fell spannen
Rund um das Fell sitzen viele Spannhaken mit kleinen Muttern. Mit der Zeit gibt das Fell nach: Das Banjo klingt dumpfer, und der Steg sinkt etwas ein. Dann wird es Zeit nachzuspannen:
- Lockere die Saiten ein wenig, damit der Steg das Fell nicht so stark belastet.
- Dreh mit dem passenden Schlüssel jede Mutter nur eine kleine Vierteldrehung – reihum oder über Kreuz wie bei einer Trommel, damit das Fell gleichmäßig gespannt wird.
- Klopf mit dem Finger neben jedem Haken leicht aufs Fell. Überall sollte es ungefähr gleich hoch klingen.
- Stimmen, anhören, bei Bedarf noch eine Runde. Ein straffes Fell klingt hell und knackig, ein lockeres weicher. Nicht überspannen – ein Fell kann reißen.
3. Die Saitenlage
Die Saitenlage ist der Abstand zwischen Saite und Bundstäbchen, gemessen am 12. Bund. Ist sie zu hoch, ist das Greifen anstrengend und gegriffene Töne klingen zu hoch. Ist sie zu niedrig, schnarren die Saiten. Am einfachsten änderst du sie über den Steg: Stege gibt es in verschiedenen Höhen. Auch ein frisch gespanntes Fell hebt die Saiten ein wenig an.
Ab hier: Werkstatt
Diese Arbeiten gehören in erfahrene Hände oder in eine Werkstatt für Saiteninstrumente:
- den Halsstab im Hals verstellen
- den Halswinkel ändern, etwa über die Stangen im Inneren des Korpus
- ein neues Fell aufziehen, wenn ihr das noch nie gemacht habt
- Steg oder Sattel abschleifen, Kerben neu feilen, Bundstäbchen bearbeiten
- Risse im Holz oder ein lockerer Hals
Wie du die Saiten stimmst, steht in Banjo stimmen. Schnarrt eine Saite nur bei einem bestimmten Griff, liegt es oft an der Greifhand – siehe Saite schnarrt oder klingt dumpf?.