Mandoline und Geige: gleiche Stimmung, andere Spielweise

Die Mandoline und die Geige sehen ganz verschieden aus, sind aber genau gleich gestimmt: G, D, A und E, jeweils eine Quinte auseinander. Die tiefste Saite ist bei beiden das G unter dem eingestrichenen C, die Töne klingen also in derselben Lage.

Was gleich ist

  • Dieselben Plätze für Töne: In der ersten Lage liegt ein Ton auf beiden Instrumenten auf derselben Saite. Wer Geige spielt, findet sich auf der Mandoline schnell zurecht – und umgekehrt.
  • Dieselben Noten: Geigenstücke und Volkstänze passen meist ohne Änderung auf die Mandoline. Mandoline und Geige spielen deshalb oft zusammen, zum Beispiel in der Volksmusik.
  • Dieselbe Familie: Wie die Bratsche und das Cello zur Geige gibt es größere Geschwister der Mandoline – die Mandola und das Mandoloncello.

Was anders ist

  • Bünde: Die Mandoline hat Bundstäbchen wie eine Gitarre. Drückst du hinter dem richtigen Bund, stimmt der Ton – auf der Geige musst du die Stelle nach Gehör genau treffen.
  • Plektrum statt Bogen: Die Mandoline wird gezupft, deshalb verklingt jeder Ton. Lange Töne spielst du mit dem Tremolo.
  • Akkorde: Auf der Mandoline klingen mühelos alle vier Saitenpaare zusammen. Damit kannst du Lieder begleiten – mit dem Geigenbogen klingen meist nur zwei Saiten gleichzeitig.
  • Doppelsaiten: Die Mandoline hat acht Saiten in vier Paaren, die Geige vier einzelne Saiten.

Der 7. Bund und der kleine Finger

Auf der Geige greift der kleine Finger in der ersten Lage genau den Ton der nächsten leeren Saite. Auf der Mandoline ist das der 7. Bund – und auch hier ist er der Platz für den kleinen Finger. So kannst du wählen: Ton gegriffen oder leere Saite. Gegriffen klingt er weicher und lässt sich mit Vibrato verzieren.

Passt dazu